Wie du deinen ersten Gi auswählst

Der erste Rat lautet, nicht sofort einen zu kaufen. Der zweite lautet, dass fast alles, was du über die Wahl des Stoffs liest, weniger zählt als die Frage, wie er dir passt.

BJJ Square · Aktualisiert am 11.08.2026

Viele Schulen leihen für die ersten Trainings einen Kimono, und einige lassen Anfänger mit No-Gi beginnen. Drei oder vier Wochen zu warten, bevor du kaufst, erspart dir den teuersten Fehler: die falsche Größe in einem Modell, das du nicht gebraucht hättest.

Der Stoff: pearl weave, und damit hat es sich

Der Name, den du überall lesen wirst, ist pearl weave, eine feinkörnige Webart, die zum Marktstandard geworden ist. Daneben gibt es *gold weave*, weicher, *ripstop*, sehr leicht, sowie *single* und *double weave*, im Jiu-Jitsu inzwischen Randerscheinungen. Für einen ersten Gi fällt die Wahl auf pearl weave: Das kaufen fast alle, und es gibt ihn in jeder Preisklasse.

Hinweis „Pearl weave macht 80% des Marktes aus“ ist eine Schätzung, die unter Händlern kursiert, keine belegte Zahl. Mit Sicherheit sagen lässt sich, dass es die verbreitetste Webart ist und die, die sich am leichtesten ersetzen lässt.

Das Stoffgewicht, in zwei Zeilen erklärt

Das Stoffgewicht wird in Gramm pro Quadratmeter (GSM) gemessen und sagt dir, wie schwer der Stoff ist. Jacken liegen ungefähr zwischen 350 und 650 GSM, Hosen zwischen 220 und 300.

  • 350-425 GSM — leicht: kühler, trocknet schneller, sehr gut im Sommer und auf Reisen. Nutzt sich früher ab.
  • 425-550 GSM — die Mittelklasse, die Händler als besten Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Tragekomfort nennen. Dort kaufen fast alle.
  • 550 GSM und darüber — schwer: hält länger, ist aber anfangs steif, deutlich wärmer und voluminöser.

Achtung ⚠️ Kein Regelwerk schreibt ein Stoffgewicht vor. Die IBJJF setzt überhaupt keine GSM-Grenze: Sie verlangt nur, dass der Stoff nicht so dick oder steif ist, dass der Gegner ihn nicht greifen kann. Wer dir einen Gi als „regelkonform, weil 450 GSM“ verkauft, benutzt eine Zahl, die im Regelwerk nicht vorkommt.

Die Farbe

Fürs Training ist jede Farbe in Ordnung. Wenn du ans Antreten denkst, sind im Wettkampf allerdings nur drei erlaubt — Weiß, Royalblau und Schwarz —, und Jacke und Hose müssen dieselbe Farbe haben. Ein weißer Gi mit schwarzer Hose oder mit Kontrastkragen besteht die Kontrolle nicht. Wir behandeln das hier: der Gi im Wettkampf.

Die Größe, und darauf kommt es an

Das ist die einzige schwierige Entscheidung, denn die Größen sind zwischen den Marken nicht standardisiert: Dasselbe Etikett A2 kann sehr unterschiedliche Statur bedeuten. Kauf nicht „deine übliche Größe“: Sieh dir die Tabelle genau dieser Marke an. Das Thema ist lang und steht hier: Gi-Größen.

Was du beim ersten Kauf nicht brauchst

  • Einen ultraleichten Wettkampf-Gi, wenn du nicht antrittst.
  • Patches. Sie bringen dir nichts, und im Wettkampf gibt es genaue Regeln dazu, wo sie sitzen dürfen.
  • Dieselbe Gi-Marke wie dein Lieblingsathlet: Das ist die unwichtigste Variable von allen.

Wenn du ihn erst einmal hast, entscheidet die Art, wie du ihn wäschst, wie lange er hält: wie man den Gi wäscht.

Häufige Fragen

Muss ich einen Gi kaufen, bevor ich mit BJJ anfange?
Nein. Viele Schulen leihen für die ersten Trainings einen, und einige lassen Anfänger mit No-Gi beginnen, wo ein T-Shirt und Shorts reichen. Es lohnt sich, ein paar Wochen zu warten.
Welches Stoffgewicht soll ich für einen ersten Gi wählen?
Die Mittelklasse, ungefähr 425-550 GSM, wird von Händlern als bester Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Tragekomfort genannt. Kein Regelwerk schreibt ein Stoffgewicht vor.
Welche Farbe soll der Gi haben?
Fürs Training ist jede Farbe in Ordnung. Bei einem IBJJF-Turnier sind nur Weiß, Royalblau und Schwarz erlaubt, mit Jacke und Hose in derselben Farbe.
Was bedeutet pearl weave?
Das ist eine Art der Stoffwebung, feinkörnig, die zum Marktstandard für Jiu-Jitsu-Kimonos geworden ist. Die wichtigsten Alternativen sind gold weave und ripstop.

Diesen Ratgeber teilen

Ausrüstung

Weiterlesen