
Wie man den Gi wäscht, damit er hält (und wie stark er einläuft)
In einem Punkt sind sich alle Hersteller einig, und es ist der, an den sich fast niemand hält: Der Gi kommt nicht in den Trockner.
BJJ Square · Aktualisiert am 11.08.2026
Der Kimono ist das einzige technische Kleidungsstück, an dem jemand eine Stunde lang mit voller Kraft zieht, dreimal die Woche. Wie du ihn wäschst, entscheidet darüber, ob er dir zwei Jahre hält oder fünf — und, weniger offensichtlich, auch darüber, welche Größe er in einem Monat hat.
Die Regeln, in denen sich die Hersteller einig sind
- Kaltes Wasser, auf jeden Fall nie über 40°. Hitze schädigt Baumwolle und kann den Kragen ruinieren.
- An der Luft trocknen. Alle drei Hersteller, die wir konsultiert haben, raten vom Trockner ab, es sei denn, du benutzt ihn absichtlich, um den Gi einlaufen zu lassen.
- Keine Bleiche, unter keinen Umständen.
- Kein Weichspüler: Er bildet einen Film, der Gerüche nicht entfernt, sondern in der Faser einschließt.
- Nach jedem Training waschen, auf links gedreht.
Hinweis Ein Hersteller rät außerdem vom Trocknen in direkter Sonne ab, die die Fasern ausbleicht und schwächt. Der gegenteilige Rat — häng ihn in die Sonne, weil UV desinfiziert — kommt von einem anderen Hersteller. In diesem Punkt gibt es keine Einigkeit: Das sind kommerzielle Empfehlungen, keine überprüften Protokolle.
Wie stark er wirklich einläuft
Das hängt vom Stoff ab und davon, wie stark er im Werk vorgeschrumpft wurde. Die von den Herstellern angegebenen Werte:
- Pearl weave: 3-5%
- Gold weave: bis zu 10%
- Ripstop: 1-2%
- Modelle, die als „fully pre-shrunk“ deklariert sind, bleiben bei rund 1-2%
Bei einem Gi für jemanden mit 175 cm sind 5% kein Detail: Damit gehen die Ärmel von regelkonform zu außerhalb des Maßes für die Wettkampfkontrolle. Und der größte Teil des Einlaufens passiert in den ersten drei bis fünf Wäschen, der Gi, den du kaufst, ist also nicht der, den du in einem Monat hast.
Achtung ⚠️ Diese Prozentsätze sind Angaben der Hersteller, keine unabhängigen Messungen. Sie gelten als Größenordnung, nicht als Garantie: Wenn du an der Grenze eines Maßes liegst, lass dir Spielraum.
Der Geruch, und warum er wiederkommt
Es ist nicht der Schweiß: Es ist ein bakterieller Biofilm, der sich in den Nähten festsetzt und sich von Hautfett und abgestorbenen Hautzellen ernährt. Deshalb kommt er auch nach dem Waschen wieder, wenn das Kleidungsstück stundenlang in einer geschlossenen Tasche gelegen hat. Bei Synthetik — Rash Guards und Spats — ist das Problem hartnäckiger, weil die Faser Wasser abweist, Öle aber festhält.
- Lass ihn nicht in der Tasche. Dort bildet sich der Biofilm, nicht in der Maschine.
- Einweichen in weißem Essig, verdünnt in kaltem Wasser, eine halbe Stunde oder etwas länger, vor der normalen Wäsche.
- Oder Natron direkt auf dem Kleidungsstück. ⚠️ Aber nicht beides zusammen im selben Durchgang: Sie neutralisieren einander.
- Kein Weichspüler, nie.
Wie viele Gis du brauchst
Einer reicht, solange du zweimal die Woche trainierst. Ab drei Einheiten wird es ein praktisches Problem und keines des Komforts: Ein Baumwollkimono mit 450 Gramm trocknet an der Luft nicht in vierundzwanzig Stunden, und der Trockner ist genau das, was du nicht benutzen sollst. Und wenn du antrittst, brauchst du den zweiten Gi ohnehin, denn bei einem Turnier kann ein nasser oder riechender Kimono bei der Kontrolle zurückgewiesen werden.
Hinweis Wie lange ein Gi hält, weiß niemand genau: Die Zahlen, die kursieren — „ein bis drei Jahre“ —, stammen aus kommerziellen Artikeln, nicht aus Messungen. Was dagegen zuerst kaputtgeht, ist ziemlich einheitlich: die Nähte an Schulter, Knie und Kragen.
Es gibt auch einen gesundheitlichen Grund, oft zu waschen, und er betrifft Hautinfektionen: Du findest ihn unten, im Beitrag über den Gürtel.
Häufige Fragen
- Bei welcher Temperatur wäscht man einen BJJ-Gi?
- In kaltem Wasser, und nach den Angaben der Hersteller auf keinen Fall über 40 Grad: Hitze schädigt Baumwolle und kann den Kragen ruinieren.
- Darf der Gi in den Trockner?
- Alle Hersteller, die wir konsultiert haben, raten davon ab, weil er das Einlaufen beschleunigt und die Fasern ruiniert. Die einzige Ausnahme ist, wenn jemand ihn absichtlich benutzt, um einen zu großen Kimono einlaufen zu lassen.
- Wie stark läuft ein Gi ein?
- Nach den Angaben der Hersteller läuft ein pearl weave um 3-5% ein, ein gold weave um bis zu 10%, ein ripstop um 1-2%. Der größte Teil davon passiert in den ersten drei bis fünf Wäschen.
- Wie bekommt man den Geruch aus einem Kimono?
- Mit Einweichen in weißem Essig, verdünnt in kaltem Wasser, oder mit Natron, aber nicht beides im selben Durchgang, weil sie einander neutralisieren. Weichspüler ist zu vermeiden, er schließt Gerüche in der Faser ein.
- Reichen ein oder zwei Kimonos?
- Einer reicht, wenn du zweimal die Woche trainierst. Ab drei Einheiten brauchst du zwei, weil schwere Baumwolle an der Luft nicht in vierundzwanzig Stunden trocknet und vom Trockner abgeraten wird.
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